Begleitung

HIV-infizierte Menschen müssen sich nicht nur mit ihren eigenen Ängsten und Nöten auseinandersetzen, sondern sind darüber hinaus mit den Ängsten und Vorurteilen ihrer Umwelt konfrontiert. Eine Auseinandersetzung mit HIV bedeutet auch immer eine Auseinandersetzung mit Tabuthemen wie Krankheit, Tod, Sexualität und/ oder Drogenkonsum.

Vor allem aber führen die Sorge um den Gesundheitszustand und die Krankheitsprognose sowie die Frage nach Therapiebeginn, Therapiemanagement und Nebenwirkungen oft zu außergewöhnlichen Belastungen.

HIV betrifft zusätzlich zur Gesundheit auch sämtliche andere Lebensbereiche, insbesondere

  • Partnerschaft und Sexualität
  • Arbeitsplatz und soziale Absicherung
  • rechtliche und finanzielle Situation
  • Freizeit und soziale Kontakte
  • Lebensperspektiven und Zukunftsplanung

Zentrale Aufgabe ist somit die psychosoziale Beratung und Begleitung HIV-infizierter Menschen und ihrer Angehörigen. Auch wenn HIV/ Aids nach wie vor nicht heilbar ist, ermöglicht die Behandlung mit antiretroviralen Medikamenten eine Lebensperspektive für Betroffene. Diesen veränderten Bedingungen muss sich auch die Positivenarbeit anpassen, indem durch akzentuierte Hilfestellung ein erfülltes und mündiges Leben ermöglicht wird.

Maßgeblich hierfür ist:

  • sich mit den oben beschriebenen Problemen auseinander zu setzen
  • Probleme zu lösen und Lebensqualität zu sichern
  • eine positive Lebensperspektive zu entwickeln

Auseinandersetzung mit der eigenen Infektion und psychische Stabilität sind elementare Voraussetzungen, um mit Infektionsrisiken dauerhaft erfolgreich umzugehen zu können. Somit ist Beratung und Begleitung Betroffener immer zu einem großen Teil Präventionsarbeit.

Methoden der Begleitung:

  • Beratung (telefonisch, persönlich, E-Mail oder Chat)
  • konkrete Unterstützung
  • Vernetzung, Vermittlung
  • Gruppenangebote
  • psychotherapeutische Gespräche
  • Information und Wissensvermittlung
  • Krisenintervention
  • Case-Management