Wie ist es beim Oralverkehr?

Beim Oralsex gilt: Der jeweils passive Partner, d.h. derjenige, der mit dem Mund befriedigt wird, geht kein Risiko ein. Es besteht hier nur ein Kontakt mit Speichel, und Speichel ist nicht ansteckend.

Oralverkehr birgt insgesamt (auch mit der Aufnahme von Samenflüssigkeit) nur ein geringes Risiko einer HIV-Übertragung. Um dieses Risiko zu reduzieren, gilt als Safer Sex Botschaft, kein Ejakulat im Mund aufzunehmen. Das bedeutet, dass der Lusttropfen aufgenommen werden kann. Die geringe Menge an HIV im Lusttropfen reicht für eine Übertragung im Mund (!) nicht aus. Denn die Mundschleimhaut ist viel stabiler als die genitalen und rektalen Schleimhäute, der Speichel wirkt verdünnend und die Verweildauer ist durch den Schluckvorgang kurz. Eine Infektion alleine durch den Lusttropfen kann epidemiologisch ausgeschlossen werden.

Sexualität ist nur dann erfüllend, wenn man sich wohl fühlt. Deshalb ist es auch vollkommen legitim, wenn man beim Oralverkehr trotzdem Kondome verwenden möchte (es gibt sie in verschiedenen Geschmacksrichtungen).

Sind Sie der aktive Partner bei einer Frau, ist das Risiko geringer als beim Oralverkehr mit Aufnahme von Samenflüssigkeit. Scheidenflüssigkeit enthält weniger Viren und Sie kommen dabei meist auch nicht mit größeren Mengen in Kontakt. Risikoreich ist aber der Mundverkehr, wenn Blut im Spiel ist, z. B. während der Menstruation der Frau oder bei Verletzungen.

Einen Schutz bieten Dental Dams, die über die Scheide gelegt werden (sie bekommen sie in Apotheken und Sexshops). Sie können aber stattdessen auch ein Kondom auseinander schneiden.